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Was ist Sexological Bodywork?

Sexological Bodywork ist ein durch den Bundesstaat Kalifornien anerkannter Beruf, welcher als Diplomlehrgang am Institute for Advanced Studies of Human Sexuality in San Francisco von Joseph Kramer entwickelt wurde und seit 2009 auch in der Schweiz am International Institute for Sexological Bodywork IISB® in Zürich sowie in anderen europäischen Städten unterrichtet wird.

Seit 2015 gibt es die Diplomausbildung bereits in Berlin. 2018 hat sich das Institut für Sexological Bodywork Berlin ISBB gegründet, um mit unserem Berliner Team verstärkt Trainings, Workshops und andere Veranstaltungen anzubieten.

Sexological Bodywork ist eine sehr effektive Form des somatischen Lernens. Es ist eine Kombination aus körperorientierter Sexualberatung und Körperarbeit.

Sexological Bodywork öffnet durch den körperzentrierten Ansatz neue Erfahrungsräume, in denen Menschen mehr über ihre eigene Sexualität und über ihr sexuelles Verhalten in intimen Beziehungen lernen und auch verändern können.

Mit verschiedenen Methoden, wie zum Beispiel Atemarbeit, Bewegungsübungen und Berührung in Form von Körperreisen und Massagen, finden Menschen in Einzelsitzungen, als Paar oder in Gruppen zu mehr Körperbewusstsein und einem authentischen Ausdruck ihrer Sexualität.

Sexological Bodyworker*innen begleiten Menschen darin

  • ihre eigenen Körperempfindungen intensiver und differenzierter wahrzunehmen
  • Intimität in sexuellen Beziehungen zu vertiefen und sexuelle Erfahrungen bewusster zu gestalten (sexual empowerment)
  • ihr sexuelles Wesen stärker zu erleben und zu verkörpern (erotic embodiment)

Lerninhalte sind unter anderem die Schulung von Achtsamkeit, Kommunikation, Umgang mit Grenzen, Atemarbeit, bewusste und sinnliche Ganzkörperberührung, explorativ-intuitiver Körperausdruck und fokussiertes Körper-Spüren.

Mit Sexological Bodywork können Menschen jeglichen Geschlechts und sexueller Orientierung die eigene wie gemeinsame Sexualität entdecken und erweitern. Dabei ist Sexological Bodywork nicht problembezogen, sondern es geht um Lernen und Weiterentwicklung. Oft weiß man gar nicht, welchen großen Wissens- und Erfahrungsschatz es in der Sexualität zu entdecken gibt. Sexological Bodywork bietet die Möglichkeiten das mit kompetenter Begleitung herauszufinden.

Mit Sexological Bodywork erleben Menschen in sich ein sinnlich-bewusstes Zuhause und finden zu einem authentischen Ausdruck ihrer Sexualität. Es ist eine lebendige, kreative und prozessorientierte Form der somatischen Körperarbeit. Der somatische Ansatz dabei achtet die ganzheitliche Verbindung und Lebendigkeit von Körper und Geist. Er versteht Körper und Geist als einen beseelten Gesamtorganismus, der sich selbst reguliert und über genügend Selbstaktivierungskräfte verfügt, wenn wir nur auf ihn hören und durch ihn lernen wollen.

r wen ist Sexological Bodywork?

  • Bist du unzufrieden mit deiner Sexualität, hast du bestimmte Anliegen und Themen und möchtest in deiner eigenen Sexualität und/oder in Beziehung mit anderen etwas verändern?
  • Bist du einfach interessiert an Fragen rund um deine Sexualität, deine Körperlichkeit und dein Sein in der Welt und in Beziehung und hast Lust dich selbst besser kennenzulernen, Neues zu entdecken und mehr Sinnlichkeit, Genuss und Kraft in dein Leben zu bringen?
  • Betrachtest du dich selbst als erotischen Forscher, hast dich bereits verstärkt mit deiner Sexualität auseinandergesetzt und siehst darin ein Feld für stetige Persönlichkeitsentwicklung?

Es gibt viele Gründe, die eigene Sexualität mit Sexological Bodywork zu erforschen.

Sexological Bodywork…

· fördert Lust, Genuss und Lebenskraft

· unterstützt persönliches Wachstum, Lernen und Transformation

· schätzt deine Einzigartigkeit und erforscht den authentischen Ausdruck deiner Sexualität

· vertieft deine Fähigkeit zu Intimität und Sinnlichkeit mit dir selbst oder deines*r Partner*in*nen.

· begleitet dich darin deinen eigenen Körper, seine inneren Prozesse und Bedürfnisse wahrzunehmen und dich mit ihm in Beziehung zu setzen

· hilft dir erlernte Gewohnheiten und Muster zu erkennen und aus ihnen herauszutreten, um das gesamte Spektrum deines Potenzials zu erfahren

Die Verfeinerung deiner Wahrnehmung und das Stärken deiner körpereigenen Ressourcen verhilft dir zu einem freieren und lustvolleren Sex-, Beziehungs- und Alltagsleben.

Mit Sexological Bodywork kannst du zum Beispiel lernen

· deinen Körper, dein geschlechtliches Empfinden und deine sexuellen Bedürfnisse zu verstehen und anzunehmen

· deinen äußeren wie inneren Körperraum zu erkunden, zu erspüren und zu aktivieren

· die Vorgänge von Erregung, Orgasmus, Erektion und Ejakulation zu verstehen und selbstbestimmt zu steuern

· Achtsamkeit, Sinnlichkeit und Berührung zu schenken und zu empfangen

· dich auch anal zu spüren, zu entspannen und zu genießen (wichtig auch für deine Gesundheit im analen Bereich)

· sensitives Schmerz- und Narbengewebe im Genital- und Beckenbereich zu erkunden und taubes Gewebe zu reaktivieren

· nach einer Geburt oder nach operativen Eingriffen im Genital-, Anal- und Brustbereich deine Sexualität wieder zurück zu erobern und zu genießen

Wie kann man Sexological Bodywork erfahren?

Sexological Bodywork wird gelehrt über Trainings in verschiedenen Formen. Zum Kennenlernen bieten wir Einführungskurse an. Und es gibt natürlich die Möglichkeit bei erfahrenen Sexological Bodyworker*innen Einzelsitzungen zu buchen.

Wie funktioniert somatisches Lernen?

Die somatische Körperarbeit greift die Sinnlichkeit und Intelligenz des Körpers auf. Durch nach innen gerichtete Aufmerksamkeit, direktes Erspüren und Berührung, sowie durch entsprechende Übungen während der Körperarbeit, wird das eigene Empfindungs- und Erregungspotenzial erweitert. Physische Blockaden und Verspannungen und mentale Muster werden bewusst gemacht und Raum geschaffen für neue Empfindungen, Fähigkeiten und Veränderung. Zugleich übt sich der*die Empfangende darin, das innere Erleben verbal und physisch zu kommunizieren und aufkommende Bedürfnisse mitzuteilen.

Scheinbar körperliche Beschwerden oder sogenannte „Störungen“ und psychosomatische Symptome können so durch direkte Befragung des Körpers und Prozessarbeit erfahrbar gemacht und gelöst werden.

Mit welchen Methoden arbeiten wir beim Sexological Bodywork?

Es gibt beim Sexological Bodywork verschiedene Methoden der Körperarbeit, die wir lehren. Neue Methoden werden immer wieder entwickelt und viele Sexological Bodyworker*innen bringen Wissen aus anderen Bereichen der somatischen Arbeit mit hinein und verknüpfen sie.

Eine zentrale Grundlage unserer Arbeit ist das Üben von Präsenz und Achtsamkeit.

Wenn wir uns ganz auf unsere Körperempfindungen konzentrieren, und auf die erotische Begegnung, sei es im Kontakt mit uns selbst oder mit anderen, können wir lernen Erwartungen loszulassen, Sinnlichkeit und Genuss im Moment zu erleben und uns in unserer Sexualität intensiver zu erleben. Auch erotische Trancezustände sind auf diese Weise möglich.

Die folgenden Methoden können dabei unterstützen und neue Erfahrungen möglich machen:

– Atem- und Stimmarbeit:

Durch unterschiedliche Atemtechniken und den Einsatz der Stimme lässt sich das erotische Erleben ausdrücken und regulieren.

· Beckenbodenübungen:

Das Wahrnehmen, bewusste Steuern und Trainieren der Beckenbodenmuskulatur fördert die sexuelle Kraft und Vielfalt an erotischen Erfahrungen.

· Bedürfnisse, Wünsche, persönliche Grenzen:

Das Wahrnehmen und Kommunizieren von Wünschen und Grenzen ermöglicht selbstbestimmte Sexualität und Intimität mit anderen.

· Bewußte Berührung

Klarheit über die Intention und Art von Berührung und Erforschung des eigenen Körpers durch Berührung

– Mapping:

Durch Berührung vertrauter werden mit dem eigenen Körper und eine Landkarte meines äußeren und inneren Körperraums (auch vaginal und anal möglich) zu erstellen

· Ganzkörper- und Genitalmassage:

Körperarbeit, bei der unterschiedliche Berührungsqualitäten angewendet werden, und die ermöglicht persönliche Themen auf körperlicher Ebene zu erforschen, sich zu sensibilisieren und zu lernen körperliche Vorgänge selbst zu regulieren.

· Taoistische erotische Massage:

Spezielle Form der Ganzkörper- und Genitalmassage, bei welcher die empfangende Person eine aktive Rolle einnimmt, um die eigene erotische Erfahrung mittels Atem, Stimme, Bewegung und fokussierter Aufmerksamkeit zu vertiefen

· Genital–Meditation:

Ein sehr meditativer Erfahrungsraum, in welchem durch absichtslose genitale Berührungen die Fähigkeit geübt wird, sich detaillierter und intensiver zu spüren, von zielgerichtetem Orgasmus–Erleben zu lösen und eine andere Form der meditativen Präsenz zu erleben.

· Behandlung von Narbengewebe:

Berührungstechniken, welche die Empfindungsfähigkeit und die Sensitivität vernarbter Stellen am Körper und/oder im Genitalbereich verbessern können

· Orgasmic Yoga:

Eine Vielfalt möglicher, bewusst ausgeführter, Selbstliebe-Praktiken, mit denen erotische Achtsamkeit und die Fähigkeit zur Körperpräsenz geübt werden, auch in Kontakt mit unterschiedlichen Erregungszuständen.

· Masturbations-Coaching:

Ein aus dem Authentic Movement entlehnter Ansatz, der dabei unterstützt, einschränkende Gewohnheiten aufzulösen und die erotische Erfahrung zu erweitern und zu vertiefen.

Kommunikation ist ein wichtiges Mittel in der Arbeit als Sexological Bodyworker*innen. Gespräche dienen dazu persönliche Themen und Muster zu erkennen und sich so der eigenen Sexualität bewusster zu werden – die Grundlage für Entwicklung und Veränderung. Außerdem unterstützt Sexological Bodywork die Entwicklung der individuellen sexuellen Identität durch aufklärende Gespräche rund um Fragen der Sexualität. Oftmals kann mit wenigen Fakten bereits ein offener und entspannter Umgang mit dem Thema gefunden werden, alte Tabus, Scham, Ängste und Vorbehalte können angeschaut oder widerlegt werden.

Nach welchen Grundsätzen arbeiten wir beim Sexological Bodywork?

  • Als Sexological Bodyworker*in ist man bei der Arbeit immer bekleidet und trägt bei genitaler Berührung Handschuhe.
  • Außerdem arbeitet man als Sexological Bodyworker*innen traumasensitiv.

Dabei sind Sexological Bodyworker*innen in der Regel keine ausgebildeten Traumatherapeut*innen.

  • Wir machen keine Therapie, behandeln keine Funktionsstörungen, Krankheitsbilder, stellen keine Diagnosen. → Wir verstehen uns als Begleitung auf einem Forschungs- und Lernweg.
  • Als somatische Sexualpädagogen unterstützen wir die differenzierte Auseinandersetzung mit grundlegenden Prinzipien wie Sex, Geschlecht, Sexualität und anderen Identitäten in Bezug auf Erotik und Verkörperung und achten die bestehende Vielfalt.
  • Die Auseinandersetzung mit Grenzen und Konsens ist neben der Bewusstheit der eigenen Begrenzungen unserer persönlichen und beruflichen Fähigkeiten für eine sichere und effektive Praxis unerlässlich. In Kombination mit regelmäßiger Supervision und dem Verständnis, dass Verantwortlichkeit und Integrität bei unserer Arbeit an erster Stelle stehen, bemühen wir uns stets ein gesundes und sicheres Umfeld für unsere Klienten und für uns selbst zu schaffen.
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